iOS App · In Arbeit
SolSede: Finde deinen Platz an der Sonne
Ein Nebenprojekt mit einem Freund: eine iOS-App, die Cafés, Bars und Bänke in der Nähe findet, auf die gerade noch Sonne fällt. Zum Teil, um ein echtes Berlin-Problem zu lösen — hauptsächlich, um zu lernen, was es wirklich braucht, um etwas in den App Store zu bringen.
- Role
- Design & Frontend
- Duration
- laufend seit 2026
- Tags
- iOSNebenprojektBrandingMaps
1. Warum
Angefangen hat es mit dem denkbar unstrategischsten Grund: Ein Freund und ich wollten eine App im App Store haben. Kein Business, kein Pitch Deck — einfach einmal das Ganze, von vorne bis hinten, mit unseren Namen dran. Idee, Design, Code, Review, Release.
Die Idee selbst kommt aus einer Berliner Gewohnheit. Man läuft zu einem Café, und die Terrasse liegt im Schatten, weil das Haus gegenüber schneller war. Genau die Frage, die wir uns ständig gestellt haben — wo ist gerade noch Sonne? — wurde zum Produkt.
Aufgeteilt haben wir es sauber in der Mitte: Ich habe das Frontend übernommen, er das Backend. Womit wir nicht gerechnet hatten: wie sehr es am Ende darum gehen würde, mit KI zu arbeiten — und zu lernen, das gemeinsam zu tun statt jeder in seinem eigenen Chatfenster. Wo man eine Aufgabe abgibt, wo man darauf besteht, sie selbst zu schreiben, wie man etwas reviewt, das keiner von beiden getippt hat. Das, plus die Abende, die wir nebeneinander daran gesessen haben, war genauso der Punkt wie die App selbst.
2. Name und Marke
SolSede — im Lateinischen Sonne und Sitzplatz. Google Translate behauptet, auf Dänisch heiße es „sonnengebadet" — verifizieren konnten wir das nie, aber es klingt gut genug, um dranzubleiben. Auf Portugiesisch wird daraus „Sonnendurst". Das war der Moment, in dem der Name endgültig feststand. Das Zeichen ist eine strahlende Sonne mit 24 Strahlen. Es funktioniert als volles Lockup, als App Icon und als einzelner Pin auf der Karte.



3. Die Karte
Die Karte ist die App. Warme Grautöne, damit das Gelb etwas bedeutet: ein gefüllter Pin ist ein Ort, auf den gerade Sonne fällt, ein hohler liegt im Schatten. Die Filter sitzen als Chips oben — Cafés, Bars, Restaurants, jetzt geöffnet — und über eine Sonnen-Timeline unten scrubbt man durch den Tag und sieht, wie sich die Pins verändern.


4. Sonnenstunden
Tippt man auf einen Ort, öffnet sich ein Sheet mit dem Teil, um den es eigentlich geht: Sonnenstunden. Ein Balken pro Stunde, gelb wenn der Platz in der Sonne liegt, grau wenn nicht, mit einem Marker auf der aktuellen Uhrzeit. Alles andere — Adresse, Öffnungszeiten, Route, Services — ist das, was ein Ort-Sheet eben braucht. Das Sonnen-Diagramm ist der Grund, warum es die App gibt.



5. Die Landingpage
Eine App, die niemand findet, ist auch nicht released — also kam die Website gleich mit. Gleiche warme Palette, gleiches Sonnenzeichen, ein Versprechen oben und die Store-Buttons direkt darunter. Der Verlauf geht beim Scrollen vom Morgenblau ins späte Nachmittagsgold — dieselbe Idee wie in der App, erzählt auf einer Seite (siehe den Scroll-Durchlauf oben auf dieser Seite).
6. Was ich dabei lerne
Gelernt haben wir vor allem, miteinander zu arbeiten — und mit KI als drittem Kollegen im Team. Dazu, wie viele Open-Source-Datenbanken es gibt, wie lange Berechnungen auf dem Server tatsächlich dauern, sobald es ernst wird, und wie nervig der App Store sein kann. Am Ende war es umgekehrt, als man denkt: Die eigentliche Arbeit steckte nicht in der großen Idee, sondern im Unscheinbaren — was passiert ohne Standortfreigabe, ohne Sonnendaten, ohne Ergebnisse um 23 Uhr im November.
Bald ist sie im App Store. Bis dahin testen wir mit Freunden, was die ehrlichste Feedbackschleife ist, die wir kriegen konnten: Leute, die einem sagen, dass die Terrasse doch im Schatten lag.